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Caracol, Chichén Itzá
Sternwarte von Chichén Itzá,
"Caracol" genannt, d.h. Schneckenhaus

 

Auszug aus dem Buch:
"Die Maya. Weber der Zeit, Spieler des Universum" 
(Goldmann München, Nov. 2000)

Da die Astronomie bei den Maya keine bloße wissenschaftliche Tätigkeit, sondern immer sehr stark verbunden war mit ihrer Spiritualität, haben sie die Bedeutung von Sonne, Venus und Pleiaden für die Erde in ihren mythologischen Geschichten erzählt. Das Weisheitsbuch "Popol Vuh" führt uns zur folgenden Deutung:

Eins Hunahpú (Symbol für die Venus) und Sieben Hunahpú (Symbol für Jupiter) sind "Eins im Geist", und symbolisieren damit Sommer- und Wintersonnenwende. Sie werden getötet von den Herren der Unterwelt und der Schädel von Eins Hunahpú wird auf einen Baum gehängt (Baum der Milchstrasse). Als die Tochter eines Herren der Unterwelt - "Blutmondin" - vorbeikommt, wird sie auf geheimnisvolle Weise vom Samen dieses Schädels geschwängert, und sie bringt Zwillinge zur Welt: Hunahpú und Ixbalanqué (Symbol für die Frühlings- und Herbstequinoxien). Sie sind Meister im Ballspiel und besiegen durch verschiedene Heldentaten nach langer Zeit die dunklen Mächte, bis sie schließlich den Tod wieder zurück zum Leben bringen. Nun kann ihr Vater Eins Hunahpú wieder aus der Unterwelt zurückkehren als Einheit der vier gegensätzlichen Kräfte, der Equinoxen und Sonnenwenden - und sein Symbol sind seither die Pleiaden.

Diese Erzählung ist von grosser mythologischer Bedeutung für die von den Mayas berechnete Zeit, welche nach unserem Kalender dem Datum 21.Dezember 2012 entspricht - dem Beginn des neuen Zeitalters. Und hier bahnt sich ein Ereignis an, das die Maya und andere Völker schon seit Jahrtausenden kennen: Es ist der Tag, an dem die Sonne in das Zentrum unserer Galaxie gelangt -  ein Ereignis, das es nur alle 26.000 Jahre gibt. Was geschieht an diesem Tag?

Die Maya sagen, dass an diesem Kreuzungspunkt die Milchstrasse mit den Umlaufbahnen ein Kreuz bildet, und sie nennen ihn deshalb auch den "Heiligen Baum" oder die "Wegkreuzung". Die Milchstrasse symbolisiert für sie den kosmischen Baumstamm. Wir nähern uns jetzt bereits diesem Zentrum auf dem sogenannten "schwarzen Weg", welcher ein Teil der Milchstrasse ist. In diesem Bereich befinden sich nur wenige Sternenkonstellation, dafür aber viele Sternen-Staubwolken. Dieser "dunkle Weg" ist für die Maya der Weg zur Unterwelt, zu Xibalbá . Das ist der Ort, wo alles Alte beendet und Neues geboren wird. Diese Unterwelt ist zugleich das Zentrum unserer Galaxie oder auch - wie die Maya sagen - die kosmische Gebärmutter, aus der alles entsteht: die Sterne, die Menschen ... ALLES.

Wenn wir nun auf unserer Umlaufbahn gemeinsam mit Sonne und Planeten in dieses galaktische Zentrum geraten, dann - so sagen die Maya - werden wir davon sehr stark beeinflusst werden. Die Maya und andere Urvölker sprechen von einer Wiedergeburt der Erde. Genauso wie die mythischen Zwillinge, die geboren wurden, um dann durch die Unterwelt gingen, damit das "Licht" wiederkehren kann, so wird auch die Erde nach ihrem langen Weg zurück in das Zentrum nach 26000 Jahren wiedergeboren werden. "Wenn am 21.Dezember 2012 die Sonne im Zentrum unserer Galaxie stehen wird, dann sind wir im Zentrum der Zeit angelangt", sagen die Maya.

Sternwarte von Palenque

Sternwarte von Palenque (Palazzo Grande) / Mexiko

 

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Stand: 12.12.04