Fremd in Malaysia

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Die Tatsache, dass Malaysia ein Königreich ist, würde vermuten lassen, dass es ein königliches Gesicht zeigt, Schönheit und Anmut. Das Land hat ganz bestimmt auch diese Attribute und Touristen, die nur an bestimmte Orte gebracht werden, haben vielleicht auch diesen Eindruck.

Ansonsten aber ist es „very British“ und ziemlich herab-gekommen bzw. ist es eines, von dem sich die westliche Welt nimmt, was sie braucht. Die Stadt ist gespickt mit Wolkenkratzern, die den grossen Banken gehören und der Industrie, allen voran der Erdöl-Industrie. Sie hat sich mit ihren Petronas-Zwillingstürmen selbst ein Wahrzeichen gesetzt und dominiert mit diesen giganto-manischen Gebäuden die Zwei-Millionen-Stadt. Sie gehören zu den höchsten weltweit.

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Der König von Malaysia… und seine Hauptstadt, Kuala Lumpur

Selten jedoch habe ich selbst in einer Hauptstadt soviel Schmutz und Gestank vorgefunden, wie hier. Der Klang-Fluss ist eine einzige Kloake, und er breitet seinen „Duft“ über die Innenstadt aus. Momentan ist „Winter“ hier – direkt am Äquator – das heisst: Monsunzeit. Es ist schwül-heiss und es regnet viel bzw. gibt es oft auch täglich Gewitter, Stürme und Wolkenbrüche. Dabei gehen regelmässig die Kanäle über, die nichts als offene und mit Betonplatten abgedeckte Rinnen sind. Und man kann sich vorstellen, was dabei in die Strassen und Gassen gespült wird. Tote Ratten sind nur ein winziger Teil davon… Ausflüge planen ist aufgrund der vielen Gewitter und schweren Regenfälle auch nicht wirklich möglich.

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 Der Klang-Fluss, eine Kloake
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Viel gibt es hier zu tun für mich, und es ist herausfordernd, da die Energien ziemlich blockiert und dunkel sind. Die Masse der Menschen aber merkt es nicht. So folgen ihren Religionsführern, und das ist ein ziemlich buntes Gemisch. Das hält sie ruhig und unter Kontrolle. Staatsreligion ist der Islam, doch auch die Chinesen sowie die Inder bilden eine grosse Gruppe. Bei einem der ganz wenigen Ausflüge, die ich bisher machen konnte, habe ich die sogenannten Batu-Höhlen nördlich von Kuala Lumpur besucht. Es ist dies eine Buss-Stätte der Hindu, die vor allem in einer riesigen Naturhöhle angelegt ist. Gott Murugan, der einst der Gott der Liebenden war und dann zum Kriegsgott geworden ist, aber auch der Affengott Hanuman, dominieren den Vorplatz, bevor es dann in die Höhle hineingeht.

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Der Affengott ist hier überall präsent

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Der Hindu-Götterhimmel

Die Chinesen bereiten sich auf ihr Neujahrsfest Ende Jänner vor, die Hindu auf ihr Bussfest (ebenfalls Ende Jänner), bei dem sich viele durch tiefgehende „Piercings“ Schmerz zufügen, um die Dämonen zu besänftigen. Man unterwirft sich dabei harten Regeln…

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Das war schon ein Vorgeschmack auf dieses Fest: hunderte von Menschen, die Busse getan und 48 Tage gefastet haben… kehren zurück und zeigen, dass sie gereinigt sind

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China-Town

Und der Muezzin ruft sich sowieso mehrmals täglich in Erinnerung. Am besten dann, wenn man endlich ein wenig eingeschlafen ist (ganz früh am Morgen), denn Schlaf ist hier eine Herausforderung: Mit Klima-Anlage kann man nämlich nicht schlafen… und ohne auch nicht.

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Die National-Moschee, die grösste Süd-Ostasiens…  An leicht-gekleidete Touristen werden violette Roben verteilt

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Ansonsten will man hier vor allem eines: den Reichtum, den auch andere haben. Dabei rennen sowiesoe alle mit Tablets und Handies herum und sie sind dadurch genauso ferngesteuert, wie wir. Die Handy-Towers sind um das Vielfache stärke als unsere… Der einzige Zug des Landes ist high-tech und so kalt, dass man fast erfriert. Das Internet wird vollständig überwacht, was ich daran merke, dass manche Webseiten immer wieder blockiert werden, unter anderem meine eigene oder man nach einer Weile einfach gezwungen wird, den Computer vollständig auszuschalten.

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Der Bahnhof von Kuala Lumpur: Zwischen Hindu-Tempel und Moschee

Viele Menschen wollen einfach weg von hier (es sind grosse Gruppen aus Nepal und Bangladesch hier) und in ein reiches Land. Und am liebsten hätten sie, dass man sie gleich mitnimmt. Werbung und Medien machen es den Menschen schmackhaft. In den Restaurants laufen grosse Fernseher und riesige Werbeflächen zeigen, was wichtig ist im Leben: Business & Erfolg.

Wenn ich sage, dass ich keine Firma habe, schaut man mich kopfschüttelnd an. Das sei unmöglich, wenn man aus einem solchen Land wie… Australia… kommt. Österreich existiert für sie nicht, das kennen sie nicht, ist aber auch klar.

Der Frage, was ich mache, weiche ich jetzt schon ziemlich aus, denn nach ein paar wenigen Worten wollen z.B. Christen wissen, ob das alles mit der Bibel konform geht, ansonsten sei es verboten. Oft gibt es auch nur einen entsetzten Blick und ich weiss, dass ich vorsichtig sein muss.

Die Strassen sind voll mit Billigwaren und „billigen“ Fastfood- und Restaurant-Ketten (billig vor allem, was die Qualität betrifft) und ein „Lokal“ gleicht dem anderen, manche mehr, andere weniger dreckig. Die weit offenen Türen der Küchen gehen oft in die Hintergassen hinein – jene, in die man am liebsten keinen Fuss hineinsetzt.

Ich habe in eher besseren chinesischen Restaurants Chinesen getroffen, die zum Frühstück weissen Billigtoast mit Nutella essen und dazu Cola trinken. Sie waren erstaunt (und vermutlich verhohlen entsetzt), als ich sie gefragt habe, ob es da auch Reis und ein warmes Essen gibt… So etwas isst man hier nicht, war die Antwort – falls sie Englisch sprechen konnten.

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Grosse Echsen schwimmen hier im grauen Klang-Fluss, viele Fischer sind da…

Malaysia ist eine Zwischenstation für mich, und am 8.Jänner geht dann mein Flug hinunter nach Australien, zunächst nach Melbourne.

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Angeblich ein National-Getränk von Malaysia… da schwimmt einiges herum!P1210890 P1210917 P1210924 P1210948 P1210950 P1210962 Der Central Market, der ein wenig an die Basare in Istanbul erinnert: da kann man einkaufen, essen oder sich von kleinen Fischen die Füsse massieren lassen… P1210995