Jeddah – die Gefürchtete

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Der nächste Teil der Reise war ein schwieriger, und die Stimmung veränderte sich drastisch, sobald wir in das Rote Meer hinein gefahren waren. Sie wurde sichtlich gereizt und nervös… denn der nächste Anlegehafen war die Stadt Jeddah in Saudiarabien.

Jeddah gilt als das Tor hinüber nach Mekka und es befindet sich dort das “Grab Eva’s”, das jedoch in den Siebziger Jahren mit Beton versiegelt wurde. Jeddah heisst übersetzt “Grossmutter”, denn Eva gilt als Grossmutter der Menschheit.

Warnungen wurden ausgegeben, Deklarationen mussten gemacht werden und alle wurden aufgefordert, „anstössige Dinge“ abzugeben bzw. vom Computer zu löschen… Auch herrschte ein absolutes Fotografier-Verbot. Eine riesige Wasserfontäne war an der Küste zu sehen, so hoch wie ein kleines Hochhaus, etwa 40-50 Meter hoch.

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Doch hatte ich alles längst vorbereitet und Dinge aufgearbeitet, bevor wir dann am Nachmittag des 12.Dezember vor der Stadt standen. Und auch hier hiess es wieder: warten… Gegen Mitternacht war es dann soweit, und wir fuhren in den Hafen hinein. Er war riesig, viel grösser noch, als jene, die wir bisher gesehen haben. Denn freilich, hier werden auch die Öltanker befüllt.

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Während der nächsten beiden Tage war viel Hektik zu spüren, und trotzdem hat sich die Stimmung gewendet, während ich leise im Hintergrund gearbeitet habe. Ich habe dann dem Captain vorgeschlagen, ein Fest zu geben, wenn alles gut vorbei gegangen ist…

Und er hat sein Wort gehalten. Auf der Fahrt hinunter nach Bab al Mandab (das „Tor der Tränen“) am Golf von Aden, gab es dann ein grosses Grillfest, und natürlich war es „seine Idee“, alles klar.

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Nun ging es vorbei an Erithräa und dann an Dschibuti und östlich von uns am Jemen. Hinter Erithräa lag Cassiopeia’s Land, nämlich Äthiopien. Das Schiff war sozusagen „ihr geweiht“, und darum bin ich während dieser Zeit ganz besonders mit ihr in Verbindung gestanden. Es regnete immer wieder in diesen Tagen, aber langsam wurde es nun wärmer.

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Das Rote Meer (Erythräa heisst „Rot“) ist etwa 2200 Kilometer lang und bis zu 360 Kilometer breit. An seiner tiefsten Stelle hat es 2600 Meter. Es verengt sich dann unten bei Bab al Mandab auf nur 29 Kilometer…

Ab da, nämlich ab der Durchfahrt in den Indischen Ozean hinein, wurden die Gang-Fenster verklebt und alle wurden aufgefordert, das Schiff während der Nächte finster zu halten, denn nun tauchte das nächste Problem auf: die Piraten – und nicht nur die von Somalia. Die Furcht davor war gross.

Ich habe es jedoch genossen, während der Nacht ganz im Dunklen draussen am Deck sein zu können und sowohl den Sternenhimmel als auch den zunehmenden Mond zu beobachten.    P1200440 - Arbeitskopie 2P1190913 - Arbeitskopie 2

Sternbild der Cassiopeia

Zwei Tage lang fuhren wir dann entlang eines internatinal eingerichteten Korridors, der die durchfahrenden Schiffe unter den Schutz der Navi stellte. Ab jetzt ging es während der nächsten (fast) zwei Wochen nur ostwärts durch das Arabische Meer und den Indischen Ozean.

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