Beirut – Libanon

Beirut

Etwas ist dann anders geworen, als wir uns dem Nahen Osten, dem äussersten Osten des Mittelmeeres genähert haben. Früh am Morgen kamen wir vor der Stadt Beirut im Libanon an… und wir standen und standen und standen… zehn Stunden lang, bevor wir in den Hafen einfahren konnten.

Währenddessen haben in diesen Stunden die sogenannten Behörden vor Ort das Schiff „an sich gerissen“ – so kann man es wohl am besten beschreiben. Man spürte die Aggressivität, mit der sie sich hier nahmen, was sie nur konnten: Zigaretten, Whisky, usw.

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Und das eigentlich aus keinem sichtbaren Grund, denn niemand ging hier von Bord, noch hatten wir sonst etwas mit dem Land zu tun. Wir brachten nur Container und nahmen einige mit. Aber das dürfte gängige Methode sein: Seeräuberei auf „legalem“ Weg. Auch die Funkdurchsagen waren entsprechend, wenn das Schiff ein wenig abgedriftet war, was bei diesem Wind und Wetter, wie wir es vorfanden, ganz logisch war. „Captain, was haben Sie vor. Weichen Sie zurück“. So und ähnlich war es stundenlang zu hören.

Beim Essen war es dann ganz ruhig. Denn trotzdem sie alle wissen, was sie hier erwartet, sind sie immer wieder völlig fassungslos.

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Mittlerweile habe ich die Zeit genutzt, um zu heilen, was zu heilen war. Und ich habe die Regenbögen gesehen hinter mir, während vor uns die Stadt von einem Gewitter in das nächste gehüllt wurde.

Drei Tage waren wir dann dort, und man konnte den Krieg und die Aggressionen förmlich greifen. Ein Bombenanschlag hatte vor kurzem erst die Stadt in Schock versetzt.

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Am Morgen des 9.Dezember verliessen wir Beirut. Wir wurden dann weit hinaus geschickt, sodass Israel, der Erzfeind des Libanon kaum zu sehen war. Von da an ging es geradeaus hinunter zum Port Said (Ägypten), wo sich die Einfahrt in den Suezkanal befindet.

Eine Woche später hörten wir, dass sowohl der Libanon (und besonders Beirut) als auch Israel eingeschneit waren – eine extreme Seltenheit.

Und heute, 29.12. ist folgendes zu lesen: http://orf.at/#/stories/2212044/

Raketengefecht zwischen Israel und Libanon

Zwischen Israel und dem Libanon hat es heute Früh ein Raketengefecht gegeben. Zunächst flogen aus dem Süden Libanons zwei Geschoße in den Norden Israels und explodierten einem Armeesprecher zufolge nahe der Stadt Kyriat Schmona auf freiem Feld, ohne Schäden anzurichten.

Israel reagierte darauf nach Angaben libanesischer Sicherheitskräfte mit 20 Raketen, die auf den Süden des Libanon abgefeuert wurden. Die israelische Armee gab lediglich an, auf den Beschuss aus dem Libanon „reagiert“ zu haben. Es soll ebenfalls keine Schäden gegeben haben.

Zwischen Israel und dem Libanon hatte es zuletzt Spannungen gegeben, nachdem Mitte Dezember ein libanesischer Soldat einen israelischen Militärangehörigen getötet hatte. Zuvor waren im Jahr 2010 ein israelischer Soldat sowie zwei Militärangehörige und ein Journalist aus dem Libanon erschossen worden.

Ansonsten war es an der Grenze zwischen beiden Ländern in den vergangenen Jahren weitgehend ruhig. Im Jahr 2006 hatte sich die israelische Armee heftige Kämpfe mit der schiitischen Hisbollah-Miliz aus dem Libanon geliefert. Dabei wurden etwa 1.200 Libanesen, die meisten von ihnen Zivilisten, und etwa 160 Israelis, vor allem Soldaten, getötet.

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