Hafenleben

Harbour

Überraschender Weise gibt es nun doch eine Landung auf Malta, und so versuche ich zumindest einen kleinen Eindruck zu geben von der bisherigen Schiffsreise…

Der Weg von Glastonbury hinunter nach Southampton war wie eine Reise nach Canada. Sie dauerte unendlich lange und war – vor allem auch mit meinem schweren Gepäck – unglaublich umständlich. Und diese Hafenstadt wird wahrscheinlich auch nie auf der Liste meiner Lieblingsstädte auftauchen, aber es war ja nur vorübergehend. Grau war sie und schrill…

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Und das Schiff war verspätet, sodass ich am anderen Tag dann zur Wartezeit noch eine Verlängerung bekam. Als um 15 Uhr Nachmittag an diesem Samstag (23.11.) dann die Cassiopeia einlief, war das keine Kleinigkeit. Und der wachhabende Sicherheitsbeamte war so freundlich, mich dieses Ereignis gleich auf seinem Monitor mitsehen zu lassen.

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Eine Stunde später war ich dann auch schon auf dem Schiff, mit Sack und Pack… und bekam auch gleich eine erste Führung. Keine kleine Angelegenheit. 24 Stunden lang wurde das Schiff dann beladen, während ich mich mit meiner Kabine vertraut gemacht und mich darin eingerichtet habe. Die Nacht war durch den Hafenlärm einigermassen unterbrochen. Doch am nächsten Nachmittag ging es dann los, und wir wurden endlich aus Southampton hinaus-eskortiert.

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Jetzt aber ging es nicht einfach weiter, hinunter nach Süden, sondern hinüber nach Belgien, wo am nächsten Morgen noch ein Teil der Mannschaft ausgetauscht werden sollte – inklusive dem Captain. Und ich war nicht wenig überrascht, als dieser mich beim Verabschieden um acht Uhr früh fragte, ob ich denn an Land gehen wolle. Wir hätten etwa 7 Stunden Zeit.

So kam es, dass ich ein paar Stunden im belgischen Zerbrugge bzw. Brugge verbrachte und mich unerwarteter Weise noch mit Dingen versorgen konnte, die ich in meinem Gepäck nicht mehr unterbringen konnte, die dennoch aber recht nützlich sein würden. Und in den vergangen 24 Stunden war mir ja reichlich klar geworden, was es gab und was es nicht gab, so z.B. Schwarzbrot, Saft, Kaffee, Joghurt… Das war jedenfalls nicht Teil der Seemannsverpflegung.

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Als ich das Schiff verliess, war es gerade erst hell geworden. Auf der Fahrt mit dem Zug (in den ich, vom Regen durchweicht und nach längerer Bahnhofssuche, erleichtert einstieg) von Zebrugge nach Brugge war mir dann erst bewusst geworden, wie mir geschah. Ich war an Land, und ich hatte ungefähr vier bis fünf Stunden Zeit. Es kam auch auf die Zugfahrzeiten an, und diese kleinen Brummer fuhren nur einmal pro Stunde. Zwei Stunden vor dem Ablegen aber musste ich zurück sein, denn da wurde bereits der Aufgang abmontiert.

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Während Zeebrugge nur als eine Art Dorf erschien, zeigte sich Brugge (die Belgier sagen „Brüsch“) als eine malerische kleine Stadt, ähnlich wie Krumau in Tschechien. Sie ist deshalb auch eine totale Touristenstadt. Es gab da unendliche viele Fahrradfahrer, Pferdekutschen und Schokolade. Und als ich zurück war auf dem Schiff, war ich wirklich froh, dieses Treiben wieder hinter mir lassen zu können.

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Auch hier im Hafen wurde das Schiff noch einmal stundenlang beladen und entladen. Der Hafen selbst war, wie alle anderen Frachthafen auch, voll mit Container und ansonsten nichts-sagend. Doch es gab einen fernen Blick hinauf zur Nordsee, der verheissungsvoll war. Am Abend war es dann soweit, und wir legten ab. Draussen war es inzwischen finster geworden. Das Schiff hatte jetzt einen neuen Captain, ein paar neue Offiziere, einen neuen Kadetten und noch einmal hunderte Container mehr…

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hier noch ein paar weitere Bilder von Brugge:

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