Finale

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Der Abschied vom Aoraki/MountCook-Gebiet war kalt und regnerisch… Es war Feiertag – jener Anzac-Day, von dem ich bereits berichtet habe. Das lange Warten auf den Bus, der dann auch noch Verspätung hatte, habe ich einfach genutzt, um bei Kaffee und Käse-Scone zu erfahren, welche Bedeutung denn dieser Feiertag für die Neuseeländer heute noch haben mag. Die Zeitungen und Ortsblätter waren voll davon, und er scheint riesig zu sein. Paraden und Zusammenkünfte gab es schon ganz früh am Morgen und über lange Zeit waren alle Menschen in diesem Land (genauso wie in Australien) angehalten, die Feiern mitzumachen. Heutzutage wird alles ein wenig lockerer gehalten… und dennoch gilt der australisch-neuseeländische Truppenüberfall in der Türkei noch heute als grosse Heldentat.

Die Busfahrt war dann wie ein langsames Hinausgleiten aus dieser grossen Arbeit, die im Aoraki/MountCook ihren Höhepunkt und vorläufigen Abschluss hatte.

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Am Lake Púkaki und dort, wo der Berg steht (der Aoraki), war erneut ein Schleier vorgeschoben – vieles ist jetzt am Verändern dort…

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Der Lake Tékapo zeigte sich wild und stürmisch, aber sonnig diesmal. Der Herbst war bereits in seine spätere Phase getreten.

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Noch einmal ging es dann zurück in die unendlichen Baustellen und Ruinen von Christchurch, das nun schon zum dritten Mal innerhalb weniger Wochen überflutet worden war. Man nannte es zunächst eine Jahrhundertflut. Doch wenn sie dann alle zwei Wochen stattfindet, wird es dafür wohl bald einen anderen Namen geben…

17.Mai – Fortsetzung

Der Stadtteil Lyttleton (Christchurch) stand immer im Zentrum meiner Arbeit in Neuseeland, selbst wenn ich weit weg war. Das ist dort, wo der Drache wachte… und ein Wal meine Aufmerksamkeit brauchte. Ich nützte den ersten meiner beiden verbleibenden Tage in Christchurch, um noch einmal dort hinzufahren und Ausschau zu halten nach den Veränderungen bzw. meine Arbeiten auf eine gewisse Weise auch abzuschliessen.

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Lyttleton an diesem Samstag: lebendig und einladend…

mit seinem Markt inmitten der vom Erdbeben stark betroffenen Hauptstrasse

Anders als beim ersten Mal strahlte die Sonne in diesen ehemaligen Krater-Kegel hinein. Dinge waren in Bewegung geraten. Und es war ein Gefühl der Vollständigkeit und das Wissen, dass mein Auftrag nun fast erfüllt ist.

Die Fahrt hinüber zum Diamond Harbour war ein erstes Abschied-Nehmen. Der Gang durch den Wald aber endete noch früher als beim letzten Mal, denn auch hier hat der Sturm gewütet und viele Bäume entwurzelt.

Das Feuer des Drachen aber ist zurück gekehrt und der Gesang der Wale legte sich über das Wasser.

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Letztes Bild: Blick vom Diamond Harbour hinüber nach Lyttelton,

einer der Gipfel dahinter mit der “Bergstation”,

die ich einige Wochen zuvor mit der Gondel erreicht habe

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Kormorane waren in diesen letzten Tagen in Neuseeland sehr präsent.

Ihre Botschaft: den Blick für das Wesentliche schärfen und ansonsten vertrauen,

dass im rechten Augenblick das Richtige geschieht. Entspannung war angesagt…

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Abendstimmung in Christchurch… später am Heimweg

 * * *

Ein Sonntag war dann der Abschlusstag in Neuseeland – ohne Pläne meinerseits, aber offen für das, was noch wichtig war. So ging es zunächst hinaus zur sogenannten Pegasus-Bucht, an der ich oben den Damm entlang wanderte… vor allem, um Abschied zu nehmen und meine Arbeiten dort zu beenden.

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Die Pegasus Bucht mit einem letzten Blick über den Pazifik hinaus in den Feuerring hinein,

welcher in den letzten Wochen überaus aktiv geworden war…

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… während sich hinter mir spannende Wolken bildeten

Ein spontaner Entschluss führte mich nachmittags dann noch einmal in jenes Krankenhaus, wo ich schon vor ein paar Wochen jemanden besucht hatte. Dann hiess es noch einmal die Energien der Stadt Christchurch neu auszurichten, deren Bewohner in den letzten Jahren viele Warnungen erhalten haben, die sie jedoch kaum einordnen können. Auch da ist vieles in Bewegung…

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Jahrmarkt in New Brighton (Pegasus-Bucht), wo ich wohnte…

Danach hiess es packen… und zwar mehr als bloss einen Koffer, der nicht mehr als 23 Kilogramm haben durfte, was mit all den Mitschriften und technischen Geräten alles andere als einfach war. Doch da war noch dieses „andere Gepäck“: der Schatz an Erfahrungen, Eindrücken und Arbeiten, der alle bisherigen Masse vollkommen gesprengt hat und nun bestimmt eine ganze Weile für seine „Umsetzung“ in Anspruch nehmen wird. Der lange Heimflug schien dafür als erstes wie geschaffen –  so glaubte ich zumindest…

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Die Stimmung am Abend dann war anders als gestern…