Über die Alpen

TranzAlp

Die Erholung vom Unwetter und seinen Folgen dauerte nur kurz an, denn schon ein paar Stunden nachdem wir den Strom zurück hatten, hat es die Generatoren wegen Überhitzung zerrissen und der stromlose Zustand dauerte dann bis knapp vor meiner Abreise am Montag an. Aus vollen Fässern hat es heruntergeschüttet, als ein paar „gestrandete“ Touristen und ich am Sonntag früh bei Instant-Kaffee und einer Scheibe Toastbrot sassen und uns Happy Easter wünschten – ein Ostern, das so bald keiner von uns vergessen wird. Wenige Stunden vor meiner Abfahrt kam dann in der Nacht der Strom zurück, und ich konnte gerade noch Schuhe und Winterjacke trocknen.

Dann ging es los, auf eine dreizehn-stündige Reise mit Bussen und vor allem mit dem berühmten TranzAlpine-Zug quer über die Alpen hinüber nach Christchurch. Die Wettervorhersagen versprachen Regen, nichts als Regen… Doch hin und wieder zeigte sich eine kleine Öffnung in der Wolkendecke und ein Regenbogen. Und plötzlich war der Himmel frei.

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Manch Mutige von uns standen im Wagon, der keine Fenster hatte, bei Eiseskälte… dafür aber mit schönen Fotos, in den Tunneln hustend von den Kohlen-Abgasen. Für mich gab es zudem Orte entlang der Strecke, die ein Schlüsselpunkt in meiner Arbeit sein sollten.

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Der Artikel wird später ergänzt, da ich noch meine Abschluss-Arbeiten in Christchurch zu machen habe….

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Der Abschied aus Karamea gestaltete sich nach vier stromlosen Tagen noch immer nass und kalt. Auf der Fahrt hinunter zur Stadt Greymouth (etwa 200 Kilometer) ist erst das Ausmass der Folgen des Zyklons wirklich sichtbar geworden: die Wälder nahmen sich aus wie nach einem Kahlschlag. Und selbst die sonst so widerstandsfähigen Palmen machten keinen Unterschied mehr in diesen “Geisterwäldern”.

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Auf halber Strecke etwa gab es eine Pause, und wir konnten da eine Besonderheit sehen sowie einen kleinen Spaziergang machen. Zunächst im Regen, doch dann lichtete sich der Himmel auch ein wenig: Es waren die sogenannten Pancake Rocks von Punakaiki, wo die Felsen wie aufeinandergestapelte einzelne Platten wirken und das Wasser in riesigen Fontänen nach oben sprüht…

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Als wir dann am TranzAlpine-Bahnhof ankamen, hatten wir bereits einen halben Reisetag hinter uns. Der Zug gilt als Touristen-Attraktion, und er war deshalb auch ziemlich überfüllt…

Reisen ohne Auto ist auch in Neuseeland oft wie eine Odyssee, und alleine die Planung bzw. Buchung benötigt oft den Einsatz aller Mittel und vor allem einer jeden Menge von Zeit. Doch hat es besonders für meine Art von Arbeit oft genau jenen Hintergrund geboten, der dafür notwendig war… nämlich lange Fahrten und die Möglichkeit, mich ganz auf mein Tun zu konzentrieren. Nicht immer ist es freilich, wie man es sich wünschen mag, turbulent oft und vom achtlosen Verhalten mancher Menschen unterbrochen. Aber insgesamt konnte ich tun, was wichtig war… und besonders die Zug-Strecke über den Arthus-Pass hinüber nach Christchurch hat darin eine wichtige Rolle eingenommen.

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