Schlafende Götter…

WineglassBay

Zwei Touren hatte ich noch geplant, bevor es dann weiter gehen sollte – zurück auf den Kontinent Australien, um dort in die Traumzeit einzutauchen. Beide Touren gingen an die Ostküste mit ihren weissen Marmor-Sandstränden und ihrem oft türkisen Ozean.

Da war zunächst Freycinet Island mit einem Nationalpark. Wir durchquerten auf der Fahrt hinüber die östliche Tiefebene mit ihren braunen, vertrockneten Böden und waren immer wieder auf den sogenannten Convict-Trails, den Sträflingspfaden, unterwegs.

Eigentlich ist man mit den Sträflingsgeschichten hier ständig konfrontiert… Man möchte sie den Touristen als Attraktion und eindrucksvoll verkaufen. Doch das Gefühl dabei ist oft lähmend und deprimierend, wie es Touristen immer wieder auch ausdrücken.

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Eine Ziegelstrasse im Ort Campbell Town, die zum Gedenken an die Häftlinge angelegt wurde: darauf der Name, das Delikt und die Strafdauer…

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Das Haus, welches heute eine Buchhandlung beherbergt, wurde von Strafgefangenen erbaut

Schliesslich kamen wir an den ersten Strand (Friendly Beaches genannt) mit einem schönen Blick auf das Meer. Ein kurzer Spaziergang war möglich, bevor es dann weiter ging zu einer kleinen Bergwanderung, um von oben über die berühmte Wineglass-Bay schauen zu können. Wieder waren da grosse Steinriesen und später aus der Ferne konnten wir das sehen, was die Aborigine einst die „schlafenden Götter“ genannt haben. Massen von Menschen waren unterwegs, vor allem Asiaten.

Dann war da noch eine kleine Wanderung um einen Hügel mit einem Leuchtturm herum mit einem Blick in Richtung Neuseeland, ohne es natürlich sehen zu können. Damit war die Tour auch schon wieder zu Ende und die lange Rückfahrt begann.

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Blick hinunter zu den „Hazards“-Bergen im Freycinet-Nationalpark, von denen aus wir später auf die Wineglas-Bay hinunter schauten – das ist auch der Platz der “schlafenden Götter”

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Die “Friendly Beaches” mit riesigen Wellen-Brechern

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 Blick von oben in die Wineglass-Bay und die Umgebung mit den riesigen Felsen-Ahnen in den Bergen der “The Hazards”, sowie Blick nach vorne in die Coles Bay

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Wirklich entspannend und zum Eintauchen in die Natur sind diese Touren allerdings kaum. Vielmehr gibt es ein Programm, durch das man durchgepresst wird… und vielleicht sollte man dabei auch gar nicht zum Nachdenken kommen, denn dann würde man Dinge spüren, die eigentlich wenig angenehm sind. So schauen diese Strände wunderbar aus. Doch der Wind ist kalt, das Wasser ebenso, der weisse Marmorsand recht rauh… Und es sind genau diese Plätze, an denen die grossen Massaker an der Urbevölkerung stattgefunden haben. Seither ist die Traumzeit, in welche die schlafenden Götter führen konnten, in weite Ferne gerückt.

 

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Blick vom Leuchtturmhügel zurück in die Wineglass-Bay