Küsten und Berge

P1260207

Wie es scheint, ist für mich die beste Möglichkeit, hier doch noch etwas vom Land zu sehen, eine Tour zu buchen. Das liegt mir zwar nicht sonderlich, aber die beiden Touren vom Wochenende waren wirklich sehr eindrucksvoll. Jede auf ihre Weise. Wir waren fast nur Tasmanier und ich…

Zunächst ging es der Küste entlang, bis alle abgeholt waren, das ging ca. 40 Kilometer weit von Devonport über Ulverstone, Penguin und Bernie, eine Industriestadt, die jedoch zunehmend ihre Bedeutung und damit ihre Arbeitsplätze verloren hat.

 P1250824P1250848

Küstenstrasse und die Stadt Burnie

Danach ging es hinein ins Land, zu verschiedenen Aussichtspunkten auch und zu einem ersten grösseren Halt im Dorf Waratha, einem Platz aus der Vergangenheit. Dort gibt es ein Museum, sowie eine alte Hütte, die sogenannte „Philosophers Hut“. Hinter dem Ort befindet sich die inzwischen geschlossene Zinnmiene und auf dem Weg dort hin ein Wasserfall.

P1250924P1250923P1250928P1250929 P1250925

P1250942P1250993 P1250975P1250869

Das Dorf Waratha: Bild 2 zeigt im Hintergrund den Hügel, an dem sich die Kupfermiene befindet…

Danach fuhren wir bereits Richtung Cradle Mountain Nationalparkt, lange Strecken durch sterbende Wälder, und niemand weiss warum – angeblich. Das geht nun schon fast ein Jahrhundert so.

Was heute der Cradle Mountain Nationalpark ist, das verdankt die Welt einem Österreicher, nämlich Gustav Weindorfer, der gemeinsam mit seiner Frau Kate die Menschen immer wieder dazu aufgerufen hat, sorgsam mit der Natur umzugehen und sie auch für die nächsten Generationen zu bewahren.

Er selber hat sich 1912 ein Blockhaus am Rande eines Waldes gebaut, den er zeitlebens gehegt und gepflegt hat. Und er hat dieses Gut „Waldheim“ genannt und die Menschen eingeladen zu kommen und in den Wald einzutauchen. Und er hatte eine Vision, als er 1910 vom Gipfel des Cradle Mountain verlautete: „Das muss ein Nationalpark sein für die Menschen und für immer. Er ist überwältigend und die Menschen müssen ihn kennen und ihn geniessen können!“.1922 wurde schliesslich dieses frühere Aboriginal-Land als Nationalpark deklariert.

P1260118P1260137P1260113

 Bild 2 zeigt Gustav Weindorfer links

Dann ging es weiter auf einer schmalen Strasse hinein in das Cradle Mountain Gebiet. Wegen der Enge fahren dort nur Tourbusse und Autos mit spezieller Erlaubnis.

Bevor wir eine kleine Wanderung entlang des Dove-Lake machten, der sich vor dem berühmten Berg befindet, hatten wir das grosse Glück, ein Echidna zu sehen. Lange hat es seinen Rüssel in den Boden gesteckt, nach dem Motto: „Ich sehe euch nicht, also seht auch ihr mich nicht!”.

P1260196 P1260210P1260237P1260222

P1260224

P1260263

Das Panorama

P1260241 P1260242  P1260281

Später habe ich auch in einem kleinen Wald ein Känguru entdeckt, das fast ein Mäusegesicht hat und Pademelon genannt wird. Da aber in der Gruppe einer ständig etwas laut von sich gegeben hat, war es schnell wieder weg.

P1260175P1260310 P1260326 P1260366 P1260385

Erstes Bild: Echidna…

Das letzte Bild zeigt die kahlen Flächen, welche die sterbenden Wälder immer mehr hinterlassen…

Das inkludierte Mittagessen auf dieser Tour war eine recht fragliche Angelegenheit, ziemlich macdonald-artig und mager. Aber die meisten Leute hier kennen es nicht anders.

Zurück ging dann die Fahrt in die andere Richtung, sodass wir insgesamt sozusagen „im Kreis gefahren sind“. Nach diesem zehnstündigen Ausflug habe ich mich dann über ein kräftigendes Abendessen gefreut.

 

Ein Bericht über die zweite Tour an diesem Wochenende folgt demnächst…

P1260409 P1260414

Cricket live erlebt – das ist etwas besonderes, denn das ist Australiens Nationalsport,

während wir das Gefühl haben, dass uns dabei die Füsse “einschlafen”

P1260426P1260465

Ausblick zurück Richtung Cradle Mountains, das aber sind die Roland Mountains

Bild rechts: Blick auf die Küste, wo unsere Tour ihren Ausgang genommen hat, im Hintergrund die Berge der Westküste Tasmaniens

P1260437 P1260447

Postkasten-Wettbewerb – wer hat den ausgefallensten?

P1260485 P1260487

Bewässerungsanlage

* * * * *

 

Was gibt es sonst noch zu berichten?

Mir fällt auf, dass die Ozonbelastung hier oft sehr hoch ist: am Strand ist der Ozongeruch manchmal sehr intensiv. Und dabei gehe ich immer erst spät am Nachmittag hinüber…

 

Einheimische (die informiert sind) essen keinen Fisch aus den Gewässern hier, weil sie so vergiftet sind. Die Industrie und die Wirtschaft sind aber wichtiger, als die Natur und der Lebensraum der Menschen. Aus demselben Grund erlaubt man auch offiziell die Haifisch-Jagd im Westen Australiens, während man im Osten kaltblütig die Zerstörung des grössten Riffes der Erde, des Grossen Barrier Riffes, in Kauf nimmt…

http://derstandard.at/1389858975068/Todesstoss-fuer-das-Great-Barrier-Reef

Eigentlich kann man die Zerstörung hier mit Händen greifen. Doch wenn einmal die österreichische Presse davon berichtet, dann weiss man, wie weit sie wirklich geht…

http://stopsmartmeters.com.au/category/smart-meter/

Hier sind die Auswirkungen der Smartmeter auch schon recht greifbar (in Tasmanien gibt es noch weniger), und die Diskussion ist oft recht aufgeheizt…

http://www.tagesanzeiger.ch/wissen/medizin-und-psychologie/Aerzte-raten-von-Mammografien-ab/story/30439711

Schweizer Ärzte gehen in eine andere Richtung…

http://stopesm.blogspot.com.au/2014/02/einen-schonen-guten-morgen-hier-bei-uns.html#.Uu9ud_b1yu4

Einen schönen, guten Morgen hier bei uns im Letzten…

etwas polemisch zwar, aber doch recht informativ!