Straussen-Blick

Emu

In Australien geht es rund, denn morgen gibt es hier den grössten Feiertag des Landes, nämlich den „Australia Day“. Der 26.Jänner ist der Jahrestag der Ankunft der ersten Flotte von elf Sträflingsschiffen aus Grossbritannien unter Captain Arthur Philipp im Jahr 1788, und zwar in der Bucht von Sydney. Die Geschichte dieses Landes „down unter“ (wie die Briten es nannten: unten drunter) mit den weissen Eroberern begann als Strafkolonie, und was folgte, ist bekannt… Das Volk der Traumzeit (und sein Land) musste weichen, oft bis zu seiner völligen Auslöschung, wie etwa hier in Tasmanien.

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Der Zwiespalt, den dieser Feiertag alljährlich an die Oberfläche bringt, ist auch jener, der sich mir mehr als alles andere gezeigt hat, als ich vor fast zwei Wochen hier gelandet bin. Seither ist viel geschehen in der Reinigung dieses Landes. Und es scheint wichtig gewesen zu sein, da Tasmanien dem Südpol sehr nahe ist, und die Pole sich gerade umkehren… Die letzten beiden Wochen waren daher für mich eine Zeit der konzentrierten Arbeit, und ich bin nach aussen hin nur soweit gekommen, wie man zu Fuss kommen kann – meistens zum Strand am Nachmittag, um zumindest zwischendurch ein wenig Ruhe zu geniessen und barfuss am feinen Sandstrand zu gehen. Sogar eine kleine Abkühlung war neulich möglich, als der Wind einmal nicht wie üblich, kalt über das Wasser fuhr.

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Am Ufer des Meeres ist einiges los. Die Möven in grossen Gruppen sind die wahren Dramatiker unter den Vögeln. Jedes Tier oder jeder Mensch, der sich annähert, löst ein riesiges Geschnatter aus, das sich so schnell nicht beruhigt. Ein Reiher ist dann wie ein beruhigender Gegenpol, wenn er wartend in seiner Bucht steht. Ansonsten ist die Luft oft erfüllt von wundersamen Vogelstimmen und von Lauten, die man bei uns nicht kennt. Es gibt auch einen Vogel, der lacht – nämlich der Kookaburra. Das hört sich wirklich lustig an.

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Doch auch viele tote Tiere habe ich am Strand gesehen, vor allem kleine Pinguine. Und ich frage mich immer wieder, ob es denn auch hier bereits die Auswirkungen von Fukushima sind, die seit Wochen schon entlang der US-Küste aus „unerfindlichen Gründen“ (wie man sagt) zu einem massenweisen Tiersterben führen.

Die Sommerferien für die Schüler dauern noch bis Ende nächster Woche, und da tut sich natürlich auch viel. Surf-, Segel- und Kayak-Schulen haben jetzt Hochsaison. All das, sowie vieles andere mehr, wird an diesem Wochenende seinen absoluten Höhepunkt erreichen. Wenn der Feiertag übrigens auf einen Sonntag fällt, dann ist auch der Montag ein Feiertag – ein Modell, das wir uns vielleicht abschauen könnten? Aber selbst viele Australier schütteln darüber den Kopf.

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Es gibt auch viele Warnungen, denn es ist das Wochenende, das den höchsten Tribut auf den Strassen fordert, alle Jahre wieder. Und Australien, mit einer Fläche fast hundert Mal so gross wie Österreich, dessen Bevölkerung aber nur ein bisschen mehr als doppelt so gross ist, scheint damit ein wirkliches Problem zu haben. Ich bin erst in den letzten Tagen draufgekommen, als ich begonnen habe, eine paar Zeitungen zu lesen, was mich sonst wenig interessiert, weil das meiste in diesen News sowieso nur den Blick auf die Wirklichkeit verstellt bzw. das ist, was wir hören dürfen. Doch es hat mir vieles von dem erklärt, was ich in dieser Kleinstadt, in der ich mich zurzeit befinde, selber erlebt habe, seit ich hier bin. Und es macht mich auch sehr betroffen.

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Ich habe noch nie auf einem so kleinen Flecken zivilisierter Erde so viele kranke Menschen (auf allen Ebenen) gesehen, wie hier – so viele gebeugte, verletzte, verkrüppelte, aber auch so viele, die sich emotional und geistig nicht im Griff haben und denen die Seele fehlt, Menschen, die sich durch massloses Überessen mit wertloser Nahrung nur mehr durch die Strassen schieben. Auch was ich an Bekleidung gesehen habe, ist das meiste zu hundert Prozent aus Kunststoff und „made in China“… Und die Krankenindustrie hat hier ein Ausmass, wie wir es sonst nur von Gross-Städten kennen.

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Die Lobby der Autoindustrie ist mächtig hier wie überall, und sie erlaubt es den Leuten, ihre Motoren aufzufrisieren. Es vergehen oft keine fünf Minuten mitten in der Stadt, ohne dass nicht einer seine Pedale komplett durchtritt, sodass der Motor aufheult und die Reifen quietschen – Tag und Nacht. Wie ein Knall durchschlägt das oft die relative Stille in diesem Ort, in dem weniger als zehntausend Menschen leben. Alkohol und Drogen am Steuer sind ein Problem, das sich zu einer Epidemie ausgeweitet hat. Auf „unbekannte Weise“ werden zudem überall im Land chemische Drogen wie „Ice“ und „Speed“ in die Schulen und Gemeinden gefiltert. Sie führen zu immer mehr unvorhersehbaren Verhalten unter jungen Menschen, zu Gewaltausbrüchen und zur schnellen Zerstörung ihrer geistigen Fähigkeiten. Die Kriminalitätsrate, auch unter Kindern, steigt rasant an.

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Kein Tag ist so gewaltbesetzt und von sovielen Unfällen und Übergriffen überschattet, wie der australische Nationalfeiertag. Und das spricht Bände. Man feiert an diesem Tag, wie schön es ist, Australier zu sein… Doch die alte Geschichte dieses Volkes als Nachfahren von Sträflingskolonien pulsiert in seinen Adern, und sie fordert immer wieder einen hohen Tribut. Hier wie überall in den europäischen Kolonial-Staaten, versucht man das Geschehene schön zu reden und den Menschen beizubringen, wie toll es ist, dass das Land erobert wurde. Und immer noch verbreitet man damit den Mythos des guten weissen Mannes, der die primitiven Völker kultiviert hat und der aufgrund seiner Macht das Recht hat, sich das Land einfach zu nehmen. Doch der Körper der Menschen als auch der der Erde lügt nicht, und er spricht deshalb eine eigene Sprache. Wie auf einem Schlachtfeld werden an diesem Feiertag Menschen geopfert… auf welche Weise auch immer.

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In den grossen Städten wird es dazu grosse Events, Spektakel und Feuerwerke geben. Aber auch jede kleinere Stadt feiert, oft mit der Übergabe von Staatsbürgerschaften, mit Rodeos, mit Regatten und sonstigem. Und privat feiert man vor allem mit BBQ und gehisster Flagge.

Aber nicht alle halten es so: Gestern wurde, wie auch schon im Vorjahr, die Hütte von Captain Cook in Melbourne (die als Monument gilt) mit Slogans besprüht, wie: „Der 26.Januar ist Australiens Schande“… und der Aufschrei über diese Vandalen ist gross. Ein riesiges Security-Aufgebot für das ganze Wochenende ist die Folge.

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Das war eine grosse Überraschung gestern am Strand, zwei Schweinchen statt Hunden - 
und mit ausdrücklicher Genehmigung der Besitzerin dürfen sie auch im Web posieren!

Für die verbliebenen Ureinwohner des Kontinents ist dieser Tag naturgemäss ein anderer… Er gilt für sie als der Invasionstag oder der Überlebenstag, der nach und nach ihre vollständige Unterwerfung forderte. Gerade zum Nationalfeiertag rühmt man sich natürlich der Förderung der Aborigine und preist deren Pioniere in den Zeitungen. Aber eigentlich sind sie im Alltagsleben weder präsent noch erwünscht. Sie haben kein Gewicht, keine Lobby, wenig Rechte, auch wenn man ihnen – auf Druck verschiedener Gruppen – immer wieder ein paar Zugeständnisse macht. Meist nur, um das Gesicht zu wahren. Das alles war auch der Inhalt meiner Arbeit seit ich hier bin, einer Platzreinigung gewaltigen Ausmasses.

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Auf diesem Hintergrund bekommt der morgige Feiertag einen recht unangenehmen Beigeschmack. Das ist übrigens auch mit den meisten anderen Nationalfeiertagen so, die zumeist auf Eroberung, Krieg und Heldengeschichten beruhen.

„Happy Australia“ – das ist diese Happiness an der Oberfläche… doch dahinter ist vieles morsch im Gebälk. Und natürlich versprechen die Politiker gerade wieder einmal, dass sie alles ändern werden, wissend, dass sie all das nicht tun werden, wenn man ihnen genau zuhört. Die Seiten in den Zeitungen aber sind voll davon…

Anders, als die Amerikaner, die noch immer versuchen, ihren Traum von einem besseren Leben aufrecht zu erhalten, fehlt hier genau das. Der Durchschnitt der Menschen wirkt daher eher, als würde er noch immer in Strafkolonien leben. Der Charme, mit dem Amerikaner ihre Oberflächlichkeit präsentieren, fehlt hier deshalb ebenso. Was bleibt, ist diese Mittelmässigkeit, von der ich ich schon einmal geschrieben habe.

Das Land aber ist schön. Es war und ist ein Kraftplatz ersten Ranges. Und ich hoffe, dass ich mich nun langsam auf dessen Spuren begeben kann…

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* * * * *

 

Hier noch ein paar Dinge zum Nachdenken, zunächst aus der Region:

  • Am Samstag 19.1. gab es drüben in Devonport ein Shark Hunting: 80 Boote waren draussen… am Montag ging dann Aufschrei durch die Zeitungen: „… und es gab nur einen weissen Hai als Trophäe“!
  • In der Kupfermine von Queenstown ganz im Westen von Tasmanien stirbt innerhalb von wenigen Wochen ein dritter Arbeiter an einem Erdrutsch… aber man hält, trotz der Sicherheitsmängel, weiter an der Miene fest.
  • Ein genmanipulierter Cholera-Impfstoff aus den USA soll demnächst in Australien getestet werden, vor allem an kleinen Kindern…

 

http://orf.at/stories/2214082/

Sehr spannend zum Thema Smartmeter: Studien entzaubern intelligente Zähler

http://stopesm.blogspot.com.au/2014/01/nachster-akt-der-dienstleister-des-eu.html#.Utj5cvYyG8U

Agenda 21 – die Klimalüge

http://stopesm.blogspot.com.au/2014/01/das-wahre-ziel-genetisch-veranderter.html#.UuIr4fYwe8U

Das wahre Ziel genetisch veränderter Nahrungsmittel: totale Kontrolle über die Menschheit mit Nahrung als Waffe, Eugenik, Weltherrschaft

http://pressefreiheit-in-deutschland.de/leben-im-ueberwachungsstaat-25634/

Leben im Überwachungsstaat

http://netzfrauen.org/2014/01/16/glyphosat-brot-und-cerealienriegeln/

Glyphosat-Belastung

http://netzfrauen.org/2014/01/18/eu-parlament-entscheidet-gegen-verbraucher-und-imker-keine-kennzeichnungspflicht-fuer-gentechnik-honig/?utm_source=feedburner&utm_medium=feed&utm_campaign=Feed%3A+netzfrauen+%28netzfrauen%29

EU-Parlament entscheidet gegen Verbraucher und Imker: Keine Kennzeichnungspflicht für Gentechnik-Honig

http://zeit-zum-aufwachen.blogspot.com.au/2014/01/lasst-uns-alles-frei-und-kostenlos.html

Frei und kostenlos

http://wirsindeins.org/2014/01/23/the-intelligence-die-geldlose-gesellschaft-als-endgultige-losung-der-finanzkrise-2/

Geldlose Gesellschaft

http://www.schnappfischkapitalismus.de/2014/01/weisheit-34-reite-keine-toten-pferde/

Die Weisheit der Dakota-Indianer im modernen Berufsleben (rechtzeitig zum Chinesischen Neujahr des Pferdes!)

 

Ein „Gag“ zum Drüberstreuen:

Die EU willl demnächst ein Zimtschnecken-Verbot verhängen, weil Zimt angeblich die Leber schädigt. Es ist wirklich gut zu wissen, dass man sich in der EU plötzlich um uns und unsere Gesundheit kümmert, oder?